Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Faktor V = Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Befragt man Unternehmen nach ihrer Motivation, Maßnahmen einer familienbewussten Personalpolitik einzuführen, so werden als Gründe vor allem die Verbesserung der Motivation und Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten, der Abbau von Stress und die damit einhergehenden niedrigeren Fluktuations- und Krankheitsquoten genannt. Daneben sehen die Unternehmen in einer familienbewussten Personalpolitik ein Instrument zur Personalrekrutierung.
Immer mehr Unternehmen erkennen, dass eine erfolgreiche Personalpolitik auch die familiäre Situation und die privaten Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu berücksichtigen hat. Verstärkt wird nach tragfähigen Modellen für eine familienbewusste – aber zugleich auch unternehmensgerechte – Personalpolitik gesucht.
Vereinbarkeit wird dabei in der Regel als Problem von erwerbstätigen Frauen wahrgenommen. Männliche Arbeits- und Lebensmuster werden meist nicht hinterfragt, im Gegenteil: Der Druck auf Erwerbstätige und deren Arbeitsbelastung, -umfang und Arbeitsintensität scheint sich momentan noch zu erhöhen. Auf der betrieblichen Ebene muss eine familienbewusste Personalpolitik deshalb Frauen und Männer betreffen, wenn sie nicht wirkungslos bleiben soll. In der Erwerbswelt wird eine stärkere Verpflichtung von Vätern gegenüber ihren Familien berücksichtigt werden müssen, die über die rein ökonomische Versorgung hinausgeht, will man auf gut qualifizierte Arbeitnehmer nicht verzichten.
Darüber hinaus ist die Vereinbarkeit im Hinblick auf Regeneration und Motivation von Beschäftigten sinnvoll und wirkt längerfristig gegen Ausfälle im Unternehmen, die beispielsweise durch Burn-Out-Syndrom entstehen.
Zunehmend bedeutender wird die Pflege von (älteren) Angehörigen, die zu großen Teilen in der Familie geleistet wird, und deshalb ebenfalls eine bessere Vereinbarkeit erfordert.
Neben der betrieblichen Ebene spielen sozialpolitische und individuelle Rahmenbedingungen eine bedeutende Rolle.
Für ein Engagement, Familie und Berufstätigkeit besser miteinander vereinbaren zu können sprechen verschiedene Gründe: volks- und betriebswirtschaftliche, soziale und nicht zuletzt persönliche.
Volkswirtschaftlich bleibt die Ausbildung von Eltern ungenutzt, wenn diese wegen ihrer Kinder die Erwerbstätigkeit unterbrechen oder gar ganz aufgeben. Außerdem könnte eine stärkere Beschäftigung von Frauen in Zukunft einen Arbeitskräfterückgang aufgrund des demographischen Wandels ausgleichen.
Betriebswirtschaftlich ist es ebenfalls wichtig, ausgebildetes Personal im Unternehmen zu halten. Zugleich können Motivationsreserven erschlossen werden (Frauen und Männer, die wegen der Familie auch mal fehlen dürfen, lassen auch mal die Familie alleine, wenn es bei der Arbeit brennt!).
Sozial zeigen sinkende Kinderzahlen, dass zur Zeit Familie und berufliche Karriere eher als unvereinbar gesehen werden und gegen eine Familiengründung sprechen. Aber eine Gesellschaft braucht Kinder, daher muss die Vereinbarkeit beider Lebensbereiche erleichtert werden.
Persönliche Gründe ergeben sich zum einen daraus, dass die Sozialversicherung in Deutschland auf eigener Erwerbstätigkeit beruht und sich vor allem Frauen immer stärker eigenständig absichern müssen. Außerdem schließt die bisherige „Arbeitsteilung” zwischen den Geschlechtern Väter aus dem Lebensbereich Familie weitgehend aus. Hier haben gerade Männer aber mittlerweile andere Lebensvorstellungen und -ansprüche.
Probleme, die aus einer Unvereinbarkeit von Familien- und Berufsleben resultieren, sind einer breiten Öffentlichkeit klar. Schwierig dagegen scheint die praktische Umsetzung. Hier unterstützen wir fachkompetent mit passgenauen Lösungen für beide Seiten.